Kinder

St. Nikolaus beim StiefelfüllenVor vielen Jahren stand auf dem Geraer Nikolaiberg eine kleine Kapelle. Die Kaufleute ruhten in ihr von der Reise aus und beteten für Schutz und Geleit. Denn der Heilige Nikolaus war der Schutzheilige aller derer, die unterwegs waren. Auch Seeleute beteten ihn an. Einmal soll er mitten im Sturm auf einem Schiff erschienen sein und selbst Hand angelegt haben. Er begann die Taue durchzuhacken, die das Schiff an den gebrochenen Mast banden. Das war nämlich gefährlich. Und als die Matrosen das sahen, gewannen sie neuen Mut und halfen dem Nikolaus. Schließlich konnten sie gemeinsam das Schiff retten.

Heute steht die Salvatorkirche auf dem Nikolaiberg. Und so erinnert dieser Ort immer noch an einen Retter, denn “Salvator” heißt “Retter”. Und seit Alters her findet in der Salvatorkirche die Nikolausandacht für die Stadt Gera statt. Und zwar am Geburtstag von Nikolaus. Der ist bald. Am 6. Dezember. Um 17 Uhr erinnern wir uns an den Nikolaus und wie er den Menschen auf dem Meer Mut gemacht hat. Ich darf an dieser Stelle verraten, dass er selbst kommen wird, und kein Kind ohne Apfel, Nuss- und Mandelkern nach Hause gehen muss.

Einige Gedanken zur Arbeit mit Kindern in der Gemeinde

Die Eindrücke von Glaube und Kirche, die ein Kind empfängt, werden sein Verhältnis zur Religion auf viele Jahre hin bestimmen. Erfahren sie den Gottesdienst als etwas, was vor allem die Erwachsenen gut finden und ihnen deshalb überstülpen wollen, so besteht die Gefahr, dass der Raum und die Institution Kirche negativ besetzt werden. Darum sollte sich die Arbeit mit Kindern in der Gemeinde an den Bedürfnissen der Kinder orientieren, ihrer Wahrnehmung und ihren Interessen.

Ich möchte den Kindern vermitteln, dass Gott mit ihnen in Beziehung treten will. Davon handeln meiner Ansicht nach die biblischen Geschichten: Gott tritt in Beziehung zu Menschen.

Die Kinder sollen, wenn sie möchten, im Kindergottesdienst die Möglichkeit haben, Lob und Dank, Klage und Bitte im Gebet vorzubringen. Auch für kritische Nachfragen soll immer Raum sein: Warum gab es denn die Sintflut, da sind doch auch unschuldige Kinder  ertrunken!

Besonders gut und nachhaltig lernen Kinder, wenn sie selbstständig etwas gestalten. Dem kommt der Kinder-Fantasie-Treff entgegen, in dem wir als Gruppe etwas schaffen und präsentieren wollen: Hörspiele, Theaterstücke, Bibel-Comics…Hier möchte ich den Kindern Gelegenheit geben, ihre Begabungen einzusetzen und neue bisher unbekannte Fähigkeiten in sich zu entdecken.

Stefan Fratte