Gottesdienstreihe “Grundbegriffe der Reformation”

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Die Klarheit des Glaubens in fünf Gottesdiensten

 War die Reformation eine Säuberungsbewegung? In einer Zeit, in der Kirche und Frömmigkeit unübersichtlich geworden waren, reduzierte Luther auf das Wesentliche. In fünf großen Affekten sagte er, was unter Christen allein gelten soll: der Glaube, die Gnade Gottes, die Schrift und Christus als Maßstab von allem. Zusammenfassen lassen sich diese Gedanken in dem Satz, den Johann Sebastian Bach unter jedes seiner Notenblätter schrieb: Allein Gott die Ehre! – Wir feiern fünf Gottesdienste und stellen Ihnen Luthers theologische Prinzipien darin vor. In ihnen erklingt die Musik Max Regers. Wir denken an seinen 100. Todestag. Reger war zwar Katholik, aber in seinen Choralvorspielen und -fantasien greift er fast nur auf protestantische Choräle zurück. Ein Mann der Grenze also. Wie Luther stand er auf dem Grat zwischen Tradition und Moderne. Hier können Sie das Programm-Faltblatt der Gottesdienstreihe aufklappen und herunterladen.

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ALLEIN DIE GNADE - Es kommt nicht darauf an, was wir vorzuweisen haben, sondern wie uns Gott anblickt. 17. April 2016, 17 Uhr, St. Salvator Gottesdienst I: SOLA GRATIA 19. April 2016, 19 Uhr: Gesprächskreis zum Thema im Luthersaal des Evangelischen Gemeindehauses in der Talstraße 30, 07545 Gera.

Horn Reformation sola gratia PredigtDie Reformation ist eine Baustelle. – Vielleicht die erste Großbaustelle Europas, die nicht fertig wurde. Jahrhunderte lang hatte niemand mehr erwartet, dass etwas Neues kam. Im Gegenteil: Jeder rechnete damit, dass die nächste Generation weniger wissen würde als die jetzige. Dann der Aufbruch. Nonnen verließen die Klöster, Leute begannen zu lesen, Menschen dienten nicht mehr den Toten und dachten nicht mehr über ihre Zeit nach dem Sterben nach, sondern über ihr Leben. Sie kauften keine Ablassbriefe mehr, sondern überlegten, was Gott an ihrem Leben gut finden sollte.

Luthers Antwort in dieser unübersichtlichen Situation: Lass Gott das machen! Er blickt auf dein Leben mit Gnade. Du kannst ihm mit leeren Händen entgegen kommen. Nur ist das nicht so einfach. Wir hätten lieber was in der Hand. Erinnern wir uns in einer Gottesdienst-Reihe an die Klarheit der Reformation! Was gilt? Allein die Gnade! Allein der Glaube! Allein die Schrift! Allein Christus! Unser erster Gottesdienst denkt über die Gnade nach: SOLA GRATIA! Er findet am kommenden Sonntag in der Geraer Stadtkirche St. Salvator statt. Das ist der 17. April. Beginn ist um 17 Uhr! Auch die Kirche ist eine Baustelle. Hier steht die Predigt.

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ALLEIN DER GLAUBE
Es kommt nicht darauf an, was wir tun, sondern worauf wir vertrauen.

29. Mai 2016, 17 Uhr, St. Salvator: Gottesdienst II: SOLA FIDE

31. Mai 2016, 19 Uhr: Gesprächskreis zum Thema im Luthersaal des Evangelischen Gemeindehauses in der Talstraße 30, 07545 Gera.

Der Papstesel, karikaturesker Holzschnitt von Lucas Cranach d.Ä. von 1523.

Der Papstesel, karikaturesker Holzschnitt von Lucas Cranach d.Ä. von 1523.

Allein der ewige Glaube im Herzen kann Christi Tod und Auferstehung fassen. Und nichts anderes macht uns selig, nur dies allein. Das erklärt Martin Luther 1530 in seinem Sendbrief vom Dolmetschen. Er rechtfertigt sich, warum er eine Stelle im Römerbrief mit den Worten ‘allein durch den Glauben’ übersetzt hat, obwohl ein ‘allein’ im griechischen Text gar nicht steht. Aus diesem ‘Allein durch den Glauben’ wird das wichtigste theologische Prinzip der Reformation. Es ist zugleich ein Kampfruf und das zentrale Konzept der Orientierung in unübersichtlichen Situationen.

Die Stadtgemeinde Gera veranstaltet eine Gottesdienst-Reihe zu den ‘Grundbegriffen der Reformation’. Sonntag geht es um den Glauben: SOLA FIDE! Die Musik von Max Reger wird den Gottesdienst begleiten. Er findet am kommenden Sonntag in der Geraer Stadtkirche St. Salvator statt. Das ist der 29. Mai 2016. Beginn ist um 17 Uhr! Waren Sie nicht da? Hier können Sie trotzdem die Predigt lesen.Der Papstesel kommt darin vor

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ALLEIN DIE SCHRIFT

Weder Papst noch Tradition sagen, wo es lang geht, nur die Bibel.26. Juni 2016, 17 Uhr, St. Salvator: Gottesdienst III: SOLA SCRIPTURA

28. Juni 2016, 19 Uhr: Gesprächskreis zum Thema im Luthersaal des Evangelischen Gemeindehauses in der Talstraße 30, 07545 Gera.

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ALLEIN CHRISTUS

Weder Könige noch Heilige noch die Kirche noch Marias Barmherzigkeit helfen uns zum Heil, letztlich kann das nur Christus selbst.

25. September 2016, 17 Uhr, St. Salvator: Gottesdienst IV: SOLUS CHRISTUS

27. September 2016, 19 Uhr: Gesprächskreis zum Thema im Luthersaal des Evangelischen Gemeindehauses in der Talstraße 30, 07545 Gera.

Der amerikanische Schriftsteller John Updike erzählte einmal die Geschichte eines Computerspezialisten, der mit Hilfe eines aufwändigen Programmes Gott nachweisen wollte. Das Programm hieß DEUS und versuchte zu beweisen, dass Gott in der Natur handelt; mit anderen Worten, dass es einen Schöpfer gibt, der immer noch am Werk ist. Das Buch erschien vor dreißig Jahren, und ich weiß, ehrlich gesagt, nicht mehr genau, warum es dem jungen Nerd nicht gelang, Gott in flagranti beim Schöpfen zu überraschen. schmetterlingsalphabetIch weiß aber, wenn der junge Programmierer von den Reformatoren gelernt hätte, was Gott ist, hätte er ganz anders suchen müssen. Er hätte das Gesicht Christi in den Dingen finden müssen, auf den Zeichnungen der Schmetterlingsflügel, im Wurzelwerk von Bäumen, im Rauch der Herdfeuer und in den Runzeln und Falten alt gewordener Haut. Gott ist nämlich nur in Christus zugänglich. Es gibt keinen Weg zu Gott an ihm vorbei. Das meint der Ausdruck “solus christus”, der neben dem “sola gratia”, dem “sola fide” und dem “sola scriptura” die Theologie der Reformatoren eingrenzt. Nur Christus führt zu Gott. Weder Heilige, Maria, Papst, Gemütlichkeit, Esoterik, Informatik oder Metaphysik. In Christus zeigt Gott sein Gesicht. Mehr noch: Nur in Christus zeigt Gott sein Gesicht. Alles andere ist Spekulation oder Dekoration. - Hier steht die Predigt.

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ALLEIN GOTT DIE EHRE

Was Bach unter seine Noten schrieb, gilt für das ganze Leben!

30. Oktober 2016, 17 Uhr, St. Salvator: Gottesdienst V: SOLI DEO GLORIA

1. November 2016, 19 Uhr: Gesprächskreis zum Thema im Luthersaal des Evangelischen Gemeindehauses in der Talstraße 30, 07545 Gera.

sola fuenf BildDie Gottesdienste werden musikalisch durch Orgelmusik von Max Reger bereichert. SeinTodestag jährt sich 2016 zum 100. Mal. Seine Musik aus der Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert steht an der Grenze von klassischer Tonalität zur Moderne. Die Klanggewalt und die häufig abrupten Wechsel lassen so manchen Zuhörer verstört und ratlos zurück. Aber hinter den großen und in Konzerten meist gespielten Hauptwerken gibt es auch eine Reihe von Sammlungen kleinere Charakterstücke und Choralvorspiele für Orgel. Diese zu entdecken und mit ihnen den lyrischen, den sensiblen, den schalkhaften und den gewitzten Komponisten Max Reger, dazu ist im Rahmen der Gottesdienste Gelegenheit. Kantor Martin Hesse wird in jedem Gottesdienst ein Klangpaar „Präludium/ Tokkata und Fuge“ als Rahmenmusik sowie andere Kleinode spielen. Mit der 1903 erbauten Orgel von Ernst Röver steht in St. Salvator das passende romantisch-symphonische Instrument aus der Lebenszeit Max Regers zur Verfügung.

IMPRESSUM: Eine Gottesdienstreihe der Stadtgemeinde Gera in der Kirche St. Salvator, Nicolaiberg 4, 07545 Gera

Konzeption, Predigt und Liturgie: Pfarrer der Stadtgemeinde

Musikalische Leitung: Kantor Martin Hesse

Kontakt: Pfarrer Dr. Frank Hiddemann, Biermannplatz 4, 07548 Gera, E-Mail: pfarrer@st-salvator-gera.de, Tel. 0365-23075, 0172-4273307.