Gottesdienstreihe GLÜCK

Gottesdienstreihe GLÜCK zu den Seligpreisungen der Bergpredigt (Mt 5, 3-9)

Alle rennen nach dem Glück. Das Glück rennt hinterher. Eigentlich muss man nur stehen bleiben und warten. Aber wir wissen alle ein Lied davon zu singen, dass es nicht so einfach ist. Denn das Glück rennt dann oft vorbei. Es ist nicht leicht zu fangen. Im Gegenteil: Glücklichsein hat etwas mit Loslassen zu tun. Irgendwie muss man sich verlieren, um sein Leben zu gewinnen. Aber wie?

Jesus hat einmal eine Predigt damit begonnen, dass er einige Menschen glücklich pries. Logo GLUECKAber auch diese Sätze, die später Seligpreisungen genannt wurden, sind nicht so einfach zu verstehen. Die Traurigen sollen glücklich sein? Die Barmherzigen? Die Sanftmütigen? Sind das nicht eher Risikofaktoren? In sieben Gottesdiensten gehen wir Jesu Anleitung zum Glücklichsein nach. Wie funktioniert es? Und was hat Religion damit zu tun?

Hier ist der Flyer mit allen Terminen.

1. Gottesdienst zum Thema GLÜCK mit Taufe von Anna Ehrhardt  am 15. März 2015, 9.30 Uhr (Laetare): Glücklich sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich Falls Sie die Predigt nachlesen wollen: Hier ist sie.Gesprächskreis im Gemeindesaal am Dienstag, den 17. März um 19.30 Uhr. Im Gesprächskreis ging es um die Frage. Sind Arme glücklicher? Dazu ein Zeitungsartikel über eine Studie, die gezeigt hat: “Arme sehen eher einen Sinn im Leben“.

Denn ihrer ist das Himmelreich! (Mt 5, 3) – Muss man arm sein, um gluecklich zu sein? Nein, arm werden. An diesem Sonntag begann unsere Gottesdienstreihe zum Thema Glueck. Ich las Jesu Bergpredigt als eine Anleitung zum Gluecklichsein. Es ging um Armut. Aber nicht nur. Die kleine Anna wurde getauft. Il giardino delle gioie sang Annas Taufspruch in einer Version des zeitgenoessischen Komponisten Dietrich Lohff. Ausserdem sang das Gesangsensemble von Melchior Franck “Wiewohl ich arm und elend bin, so hab ich doch ein’ steten Sinn”.

2. Gottesdienst zum Thema GLÜCK mit Taufe von Pierre Schönig: 19. April 2015, 9.30 Uhr (Misericordias Domini): Glücklich  sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Hier können Sie die Predigt nachlesen. Gesprächskreis am Dienstag, den 21. April um 19.30 Uhr im Gemeindesaal (Nicolaiberg 5 / 1. OG).

Glücklich sind, die Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden! (Mt 5, 4) – Muss man traurig werden, um glücklich zu sein? Ja, manchmal. – Wer zu lange versucht, fröhlich zu sein, es möglicherweise schließlich verzweifelt versucht, der muss vielleicht einmal durch den Keller der Seele gehen, um wieder auf die Sonnen-Terasse des Gemüts treten zu koennen. Am Sonntag fuhren wir mit unserer Gottesdienstreihe zum Thema Glück fort. Ich las Jesu Bergpredigt wieder als eine Anleitung zum Glücklichsein. Es geht darum, was wir in unserem Leben auf uns nehmen, um das Leiden zu vermeiden und wie Trauer und Glück zusammenhängen. Aber nicht nur. Der kleine Pierre wurde getauft. Il giardino delle gioie sang “Wenn wir in höchsten Nöten sein” nach einem Satz von Johann Hermann Schein und diverse Hirtenmusik, denn der 19. April 2015 war der Hirtensonntag. Hier können Sie die Predigt nachlesen.

3. Gottesdienst zum Thema GLÜCK mit Taufe von Ava Rose Meyer: 17. Mai, 9.30 Uhr (Exaudi): Glücklich  sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Gesprächskreis am Dienstag, den 19. Mai um 19.30 Uhr im Gemeindesaal (Nicolaiberg 5 / 1. OG).

Glücklich sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. – Um die dritte Seligpreisung ging es im Gottesdienst zum Thema GLÜCK am 17. Mai 2015 um 9.30 Uhr in der Salvatorkirche. Ist Sanftmütigkeit eigentlich ein Weg zum Glücklichsein oder doch eher ein Risikofaktor? Es ist bestimmt ein langer Weg, bis ein Mensch mit Sanftmütigkeit etwas zu verändern vermag. So viel ist jedenfalls sicher: Alles einzustecken, was so kommt, führt eher zu einer unterdrückten Aggressivität als zu einer Persönlichkeit, die Frieden nicht nur besitzt, sondern auch weiterzugeben vermag. Wieder begleitete uns das Gesangsensemble Il giardino delle gioie. Pascal Salzmann spielt die Orgel, Julia Hoppe, Elisa Steingrüber, Claudius Uhlig und Falco Renner singen das alte englische Kirchenlied “Näher mein Gott zu dir”, das aus dem Film Titanic bekannt ist. Außerdem “Erzürn’ dich nicht so sehr” von Heinrich Schütz nach Psalm 37. Und zum Thema und Namen des Sonntags passt “Exaudi Domine, voce meam”. Höre Gott, meine Stimme! So zu sprechen.Vielleicht ist das ein Weg, bald Sanftmütigkeit nicht nur zu zeigen, sondern auch auszustrahlen. Und das beinahe Schönste fehlt noch. Wir tauften ein kleines sanftmütiges Kind, Es heiß Ava Rose Meyer. Hier steht die Predigt vom dritten Glücksgottesdienst.

4. Gottesdienst zum Thema GLÜCK mit Taufe von Ilvy Schlutter: 21.  Juni, 9.30 Uhr (3. nach Trinitatis): Glücklich  sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.Gesprächskreis am Dienstag, den 23. Juni um 19.30 Uhr im Gemeindesaal (Nicolaiberg 5 / 1. OG).

Glücklich sind die sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. (Mt 5, 6) – Hunger und Durst zu haben, ist ein Weg zum Glück? Sicher, wer keinen Hunger mehr hat, ist tot, auch wenn er noch lebt. Lebenshunger, Wissensdurst. Manche Bedürfnisse sind so elementar, so dringend, dass sie uns wie der leibliche Hunger und Durst quälen, wenn wir sie nicht haben. Aber Gerechtigkeit? Brauchen wir Gerechtigkeit wie das täglich Brot? – Um die vierte Seligpreisung ging es im Gottesdienst zum Thema GLÜCK am 21. Juni 2015 um 9.30 Uhr in der Salvatorkirche. Das Ensemble Il giardino delle gioie macht die Musik. Clarissa Thiem und Josefine Rücker singen Stücke von Johann Christian (!) Bach, Heinrich Schütz und Thomas Campion. Und wie war ist ein Gückskind dabei, das getauft wurde. Diesmal war es Ilvy Schlutter. Hier steht die Predigt zur vierten Seligpreisung.

5. Gottesdienst zum Thema GLÜCK mit Taufe von Hannah und Greta Graumnitz: 23. August 2015, 9.30 Uhr (12. Sonntag nach Trinitatis): Glücklich  sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Gesprächskreis am Dienstag, den 25. August um 19.30 Uhr im Gemeindesaal (Nicolaiberg 5 / 1. OG).

‘Ich will Barmherzigkeit, nicht Opfer!’ - Das war einer der Lieblingssprüche von Jesus. Er haute ihn raus, wann immer ihn die Pharisäer auf eine bestimmte Weise ärgerten. Barmherzigkeit war sozusagen einer seiner Kampfrufe.  Wahrscheinlich waren diese Verse des Propheten Hosea auch eine seiner Lieblingsstellen (Hosea 6, 1-6). Da lässt der Prophet das Volk Israel in einer kleinen Szene reumütig zu Gott zurückkehren, aber Gott sagt: ‘Was soll ich dir tun, Ephraim? Was soll ich dir tun, Juda? Denn eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der frühmorgens vergeht.’  Was Hosea und Jesus auf die Nerven geht, ist dies: Einige benutzen die Tatsache, dass Gott von sich behauptet, er sei ein gnädiger Gott, der verzeiht, dazu, ihn systematisch einen guten Mann sein zu lassen. Sie kümmern sich solange nicht um sein Gesetz, bis es ihnen schlecht geht. Und dann setzen sie auf diese Karte ‘gnädiger Gott’ und nahen ihm mit Opfergaben. Aber Hosea und Jesus sind sich einig: ‘Kommt nicht mit euern Opfern! Versucht nicht, mich zu kaufen! Ihr müsst euer Leben ändern!” Dafür steht ‘Barmherzigkeit’.  Barmherzigkeit heißt, das Herz ist weich und rührbar geworden. Der Mensch hat eine andere Lebensauffassung, ist Gott näher. Macht das glücklich?

Darüber dachte ich in unserem fünften Glücksgottesdienst nach. Er fand am Sonntag, dem 23. August 2015 um 9.30 Uhr in der St. Salvatorkirche statt. Das Ensemble Il giardino delle gioie sang von Gottfried August Homilius: ‘Wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsre Gerechtigkeit sondern auf deine große Barmherzigkeit. Ach, Herr, höre, sei gnädig, merk auf, tue es und verzeuch nicht um dein selbst Willen, mein Gott.’ Und andere alte Musik von Schütz und Andreas Hammerschmidt. Greta und Hannah Graumnitz wurden getauft, und alle gottesdienstteilnehmer bekamen wie immer einen Glückskeks mit einem Bibelspruch, manche zum Thema Barmherzigkeit, wie z.B. Ein barmherziger Mann nützt auch sich selber; aber ein herzloser schneidet sich ins eigene Fleisch (Sprüche 11, 17)! Hier steht die Predigt.

6. Gottesdienst zum Thema GLÜCK: 20.  September 2015, 9.30 Uhr (16. Sonntag nach Trinitatis): Glücklich  sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Gesprächskreis im Gemeindesaal am Dienstag, den 22. Sept. um 19.30 Uhr im Gemeindesaal (Nicolaiberg 5 / 1. OG).

Reines Linnen, sauberes Wasser, lauteres Gold, klarer Kristall. – So erklärt mir das Lexikon, was das heißen soll: ‘rein’. Es ist ein Stoff ohne Beimischungen. In ein reines Brot ist keine Asche gebacken. Reines Wasser enthält keine Zusatzstoffe. Ist unser Herz so rein? Oder hat es auf dem Lebensweg einige Konservierungsstoffe aufgenommen? “Selig sind, die reinen Herzens sind”, sagt Jesus in der Bergpredigt, “denn sie werden Gott schauen.” Kinder beten: “Ich bin klein, mein Herz ist rein.” Aber was ist mit uns, die wir über 55 sind? Wir kennen unser Herz, und in der Regel wohnen eine Menge dubioser Gestalten darin, von denen wir nicht mehr wissen, wann sie eingezogen sind. “Soll niemand drin wohnen als Jesus allein!” – Wie kommen wir da wieder hin?

Um die sechste Seligpreisung ging es im Gottesdienst zum Thema GLÜCK am 20. September 2015 um 9.30 Uhr in der Salvatorkirche.  Das Ensemble Il giardino delle gioie sang “Schaffe mir Gott ein reines Herz” in drei Versionen und zum Schluss auch: “Wie lieblich sind deine Wohnungen” von Andreas Hammerschmdt. Am Dienstag, dem 22. September um 19.30 Uhr laden wir dann zu einem Gesprächskreis in den Gemeindesaal ein (Nicolaiberg 5 / 1. OG), um die Fäden des Themas weiter fortzuspinnen.Hier steht – vielleicht zur Vorbereitung – die Predigt.

7. Gottesdienst zum Thema GLÜCK: 18. Oktober 2015, 9.30 Uhr (20. Sonntag nach Trinitatis): Glücklich  sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Gesprächskreis am Dienstag, den 20. Okt. um 19.30 Uhr im Gemeindesaal (Nicolaiberg 5 / 1. OG).

“Vom Schrei nach Frieden ist hier die Luft ganz schwer.” -  So dichtete André Heller nach einer großen Friedensdemonstration, bei der er Lieder vorgetragen hatte. Es hat wirklich etwas Eigenartiges, den Frieden lautstark zu fordern, wie wir es damals taten. Jesus preist die Friedensstifter glücklich und meint offenbar solche Menschen, die ihn vorweg nehmen, ihn stückchenweise realisieren, vielleicht auch dadurch am großen Frieden arbeiten. “Ein bisschen Frieden” sozusagen. Aber das klingt nun auch nicht gerade aufregend. Unser Gottesdienst zur siebten Seligpreisung “Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Söhne Gottes heißen!” jagte dem Frieden weder nach, noch wollte er ihn ergreifen. Wenn es gut läuft, dachten wir, wird er eintreten. Es war Musik von Felix Mendelssohn (‘Grant us thy peace’), Hugo Distler, Albert Becker, Antonio Scandello und Johann Hermann Schein zu hören. Il giardino delle gioe gastierten in der Besetzung: Clarissa & Leonore Thiem, Laura Butters, Elisa Steingrüber, Paul Stark, Claudius Uhlig und Pascal Salzmann. Hier steht die Predigt.

Die Gottesdienste zum Thema ‚Glück‘ sind keine Vortragsreihe! Es wird gebetet, gesungen, gelesen und gepredigt. Die Musik ist nicht bloß Dekoration, sondern spielt eigene Motive ein. Jeder Gottesdienst ist also – wie immer – ein Gesamtkunstwerk. Aber diesmal stehen nicht Feste und festgelegte Texte im Mittelpunkt, sondern die gedanklichen und spirituellen Bausteine, aus denen Glück entstehen könnte. Nach jedem Gottesdienst gibt es einen Glückskeks mit einem Bibelspruch, der genau für Sie bestimmt ist oder etwas anderes, das Ihnen eine Freude macht. In der darauffolgenden Woche bieten wir jeweils einen Gesprächsabend an. Der ist zum Sprechen und Nachdenken.

MUSIK von IL GIARDINO DELLE GIOIE – DER GARTEN DER FREUDEN Das ensemble wurde 2012 von damaligen Schülern des Rutheneums Gera gegründet und vereint mittlerweile Studenten und Absolventen mitteldeutscher Musikhochschulen. Das Ensemble hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Musik des 16. und 17. Jahrhunderts mit viel Begeisterung und Spielfreude in verschiedenen Programmen aufzuführen. Für die Glücks-Gottesdienstreihe wird das Ensemble in verschiedenen Besetzungen agieren. Clarissa Thiem – Sopran / Laura Butters – Sopran / Josefine Rücker – Alt / Falco Renner – Tenor / Claudius Uhlig – Bass / Pascal Salzmann – Orgel.

Orte: Kirche St. Salvator, Nicolaiberg 4, 07545 Gera und Gemeindesaal, Nicolaiberg 5 /1. OG, 07545 Gera. Konzeption, Predigt und Liturgie: Pfarrer Dr. Frank Hiddemann, Kontakt: Pfarramt, Nicolaistr. 2, 07545 Gera, pfarrer@st-salvator-gera.de, www.sankt-salvator-gera.de, 0365-8001517, 0172-4273307, Musikalische Leitung: Clarissa Thiem.