Ikonenschreiben mit Ute Rückert

Reisen in die Länder der orthodoxen Kirche sowie intensives Befassen mit Ikonografie haben mich in den letzten Jahren beflügelt, die Kunst der Ikonografie nach Ostthüringen zu tragen. Das Betrachten und Erkennen von Ikonen –religiöse Bilder einer fremden Welt- ist eine Faszination, der ich mich nicht mehr entziehen kann. Ikonen bilden nicht ab, was unsere Augen wirklich sehen, sie wollen vielmehr sichtbar machen, was wir nicht sehen. Von daher ist es im Zeitalter der Ökumene eine gute Chance, mit den Augen ostkirchlicher Christen auf unseren eigenen Umgang mit der biblischen Botschaft zu blicken. In 10 Abenden möchte ich mit Ihnen teilen und kreativ spürbar machen, was ich im Schaffen einer Ikone erleben durfte. Schritt für Schritt schreiben wir gemeinsam an einer Ikone. Es sind Kopien, die über die Jahrhunderte weitergegeben wurden. Ikonen werden nicht signiert, der Künstler selbst als Ausführender bleibt im Hintergrund.
Es unterscheidet sich von herkömmlichen Malkursen, dass nach Vorlagen Schritt für Schritt gearbeitet wird. Es wird eine hohe Disziplin beim einzelnen Teilnehmer erwartet. Wir beginnen jeweils mit einem Teil der Stille, da es hier nicht nur um reines Handwerk, sondern um das spirituelle Erleben während der Arbeit geht. Im ersten Abschnitt befassen wir uns mit Geschichte und Hintergründen: Der Holzgrund wird bearbeitet, die Leinwand aufgelegt und grundiert. Wir arbeiten vorrangig mit Naturmaterialien- und Farben. Es folgen mittels Atemübungen die „Lebenslinien“. Der Goldauflage (für Anfänger mit Schlagmetall) erfolgt eine Extra- Einheit. Die Farben werden immer neu angerührt und Schritt für Schritt aufgetragen. Das Herausarbeiten (Gravur) wichtiger Linien, und die Lasur zum Schluss bilden den Höhepunkt. Die erste von den Teilnehmern gefertigte Ikone wird für ihn selber ein besonderes Erlebnis und Geschenk bleiben.

Der Kurs beginnt am 15, März 2012 um 18.30 Uhr in den Räumen der Salvatorgemeinde (Nicolaiberg 5 / 1. OG). am 14. März findet um 19.30 Uhr ein Gesprächsabend zur Kunst der Ikonen statt, bei dem Pavel Florenskijs Buch “Die umgekehrte Perpektive” vorgestellt wird.